Die Allergiepflanze Traubenkraut (Ambrosie) breitet sich im Landkreis aus

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Letzte Aktualisierung: 28. November 2016

 

ambrosie

Das Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia, auch Ambrosie und Ragweed genannt) im Bestand an der Amper bei Olching (Foto: Horst Stegmann)

Die Ambrosie wurde 2006 in unserem Landkreis zum ersten Mal gefunden. Ab 2007 hat sie sich bei uns bereits weiter ausgebreitet. So wurde z.B. in Olching an der Amper ein Bestand von ca. 80 Pflanzen gemeldet und vernichtet. 2009 und zuletzt 2015 wurden zwei große Bestände mit mehreren hundert Pflanzen bei Geiselbullach entdeckt. Überhaupt liegt hier im Umgriff der B 471 der Schwerpunkt der Verbreitung in unserem Landkreis. Diese Bestände beschäftigen uns bis heute. Allerdings konnte die Ambrosie hier bereits deutlich zurückgedrängt werden. 2015 wurden erneut alle aufzufindenden Pflanzen entfernt, so dass diese Bestände - wie bereits andere Großbestände im Landkreis (Amper bei Olching, Emmering) - bald nicht mehr sichtbar sein werden. Es ist zu vermuten, dass der neue Bestand über die Verbreitung von Bodenmaterial ausgelöst wurde. Da zum Zeitpunkt der Entdeckung bereits die Samenreife eingesetzt hatte, bestand das Risiko, dass der 2015 gefundene Bestand 2016 erneut aufblüht. Durch frühzeitige Mahd und gewissenhaftes Jäten sollte im nächsten Jahr dieser Bestand deutlich reduziert sein. Nur durch konsequente Bekämpfung über einen längeren Zeitraum können solche Bestände optisch ausgelöscht werden. Allerdings heißt das noch nicht, dass der Bestand für alle Zeiten erloschen ist. Die Samen sind u.U. jahrzehntelang keimfähig und können, z.B. nach einem Wiesenumbruch, wieder neue Bestände aufbauen!
Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Ambrosie so in den Griff zu bekommen ist! Deswegen sind alle Bürger/innen aufgerufen, aufgehende Pflanzen in Garten (meist am Vogelfutterplatz) und Landschaft sofort auszureißen und in die Mülltonne zu stecken bzw. zu melden.

Inzwischen hat auch die EU reagiert: Seit 1.1.2012 gilt für die in Verkehr gebrachten Futtermittel und das Vogelfutter ein Grenzwert von 50 mg Ambrosiasamen pro Kilogramm (Ausnahme Hirse). Das entspricht ca. 10 Samen pro Kilogramm. Das Risiko der Verschleppung ist somit verringert, aber keineswegs aus der Welt. Auch ein einzelner Samen kann schnell einen großen Bestand aufbauen!
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Nordamerika und breitet sich auch in Mitteleuropa immer mehr aus. Die Pollen des Traubenkrauts zählen zu den stärksten Allergieauslösern. Sie können zu schweren heuschnupfenartigen Symptomen oder gar zu Asthma führen. Schon kleinste Pollenmengen reichen für eine Reaktion aus. Auch Personen, bei denen bisher keine Pollenallergie festgestellt wurde, reagieren auf diese hochallergene Pflanze nicht selten empfindlich. Nicht umsonst wird diese Pflanze in Australien auch "asthmaplant" genannt. Das fatale an dem Traubenkraut ist ihre späte Blütezeit von ca. August - Oktober, einer Zeit, in der die Pollenallergiger sonst bereits wieder aufatmen konnten.

Deshalb sollte diese Pflanze unbedingt an der weiteren Ausbreitung gehindert werden!
Solange sie noch nicht richtig Fuß gefasst hat, kann man bei kompromisslosem Vorgehen einer weiteren - für Allergiker fatalen - Ausbreitung effektiv begegnen. Die einjährige Pflanze sollte vor dem Aufblühen mit der Wurzel herausgezogen und in der Mülltonne entsorgt werden. Bereits blühende Exemplare sollten sicherheitshalber nur mit Atemschutz und möglichst von Personen entfernt werden, die bisher nicht pollenallergisch reagieren.
Die Pflanze entwickelt sich meist auf offenen Flächen (Brachflächen, entlang von Straßen und Gleisen, aber auch speziell in Gärten an Vogelfutterplätzen. Ein Hauptverbreitungsweg dürft das Vogelfutter sein, in dem sie als Verunreinigung häufig vorkommen.

Die Ambrosie kann man an folgenden Merkmalen erkennen:
Später, dann aber kräftiger Wuchs bis auf über 1 m Höhe, stark gefiederte (doppelt fiederteilige) Blätter, behaarter Stängel, schmal traubenartige, unscheinbare männliche Blütenstände (Gelbe Staubbeutel mit schirmartigen grünen Hüllblättern) an den Triebenden, sparriger Wuchs. Blüte ab Ende Juli (stark witterungsabhängig). Sie wird häufig mit dem bei uns verbreiteten heimischen Beifuß verwechselt, der jedoch blattunterseitig silbrig gefärbt und weniger stark gefiedert ist. Im frühen Stadium kann sie auch mit den Sommerblumen Gewürz-Studentenblume (Tagetes tenuiifolia) oder der Schwefelcosmee (Cosmos sulphureus) verwechselt werden.

Bitte kontrollieren Sie deswegen ganz besonders den Bereich um die Vogelfutterstellen! und informieren Sie beim Auffinden der Pflanze unbedingt die Kreisfachberatung im Landratsamt unter Tel. 08141/519363 oder -519923 über das Auftreten.

Ausführliche Informationen zum Traubenkraut bzw. der Ambrosie gibt es auf folgenden Seiten:

Spezialseite für Ambrosia
Infoseite der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft

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